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PV-Anlage vor dem Winter reinigen: Ist eine Reinigung im Herbst sinnvoll?
20. August 2026 | von Matt GebäudereinigungDer Sommer 2026 hat Photovoltaikanlagen in Baden-Württemberg außergewöhnlich viele Sonnenstunden beschert. Doch viel Sonne bedeutet nicht automatisch viel Schmutz auf den Modulen. Entscheidend ist, was sich über Frühjahr und Sommer tatsächlich auf der Anlage abgelagert hat. September und Oktober sind der richtige Zeitpunkt, um das zu prüfen und bei Bedarf vor der sonnenärmeren Jahreszeit professionell reinigen zu lassen.
Der Sommer 2026 im Rückblick: Was er für Ihre Module bedeutet
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zählte der Juni 2026 mit einem Temperaturmittel von 19,5 Grad zu den zwei wärmsten Junimonaten seit Beginn der Aufzeichnungen. Deutschlandweit kamen rund 258 Sonnenstunden zusammen, gut 66 Stunden mehr als im langjährigen Klimamittel. Der Juli setzte diesen Trend fort und fiel im Südwesten besonders intensiv aus: In Baden-Württemberg registrierte der DWD rund 327 Sonnenstunden, fast 100 Stunden über dem vieljährigen Mittel, bei gleichzeitig nur 34 Litern Niederschlag pro Quadratmeter statt der üblichen 91 Liter.
Für PV-Anlagenbesitzer im Raum Offenburg heißt das konkret: Mehrere Monate mit viel Sonneneinstrahlung, aber auch mit langen trockenen Phasen ohne reinigenden Regen liegen hinter der Anlage. Ob sich daraus eine relevante Verschmutzung ergeben hat, hängt jedoch nicht von der Sonnenscheindauer ab, sondern vom Standort, der Umgebung und der Dachneigung der Anlage.
Welche Verschmutzungen sich über Frühjahr und Sommer ansammeln
Auf Solarmodulen lagern sich im Jahresverlauf unterschiedliche Stoffe ab, die je nach Standort variieren:
- Pollen und Blütenstaub, besonders ausgeprägt im Frühjahr
- gewöhnlicher Staub sowie gelegentlicher Saharastaub
- Vogelkot und Insektenrückstände
- Baumharze in der Nähe von Nadelbäumen
- Feinstaub und Abgasrückstände an stark befahrenen Straßen
- organische Ablagerungen aus landwirtschaftlicher Nutzung in der Umgebung
Ein Teil dieser Ablagerungen wird durch Regen abgewaschen. Hartnäckige oder verfestigte Verschmutzungen, sogenanntes Hard Soiling, lösen sich dagegen kaum von selbst und bleiben auch nach Niederschlägen sichtbar.
PV-Anlage im Herbst reinigen: Wann ist das sinnvoll?
Nicht jeder Eigentümer benötigt im Herbst eine professionelle Reinigung der Photovoltaikanlage. Besonders relevant ist eine Reinigung in folgenden Fällen:
- die Anlage liegt in der Nähe landwirtschaftlicher Flächen, Ställe oder Scheunen
- die Anlage befindet sich an einer stark befahrenen Straße oder in Industrienähe
- Bäume in unmittelbarer Nähe sorgen für Laub-, Harz- oder Pollenbelastung
- die Module haben eine geringe Dachneigung unter etwa 15 Grad, wodurch sich Regen weniger gut selbst reinigt
- auf den Modulen ist bereits mit bloßem Auge eine gleichmäßige oder fleckige Verschmutzung erkennbar
In diesen Fällen kann eine Reinigung vor dem Winter helfen, die Module in einem guten Zustand in die sonnenärmere Jahreszeit zu bringen.
Wann eine Herbstreinigung nicht notwendig ist
Steildachanlagen mit einer Neigung über 25 Grad in ländlicher, unbelasteter Umgebung profitieren stark vom Selbstreinigungseffekt durch Regen. Wenn die Module bei einer Sichtprüfung sauber wirken und keine der oben genannten Standortfaktoren zutrifft, ist eine Reinigung im Herbst in der Regel nicht erforderlich. Eine Anlage pauschal zweimal im Jahr reinigen zu lassen, ist fachlich nicht begründet und in vielen Fällen unnötiger Aufwand.
Was Studien zu Ertragsverlusten durch Verschmutzung sagen
Der Bundesverband Solarwirtschaft hat 2026 eine Auswertung internationaler Studien veröffentlicht, unter anderem von Fraunhofer ISE und der International Energy Agency (Quelle: https://www.solarwirtschaft.de/2026/04/15/studien-belegen-verschmutzung-verursacht-relevante-ertrags-und-wertverluste-bei-pv-anlagen). Die Auswertung zeigt, dass selbst unter mitteleuropäischen Bedingungen durchschnittliche jährliche Ertragsverluste durch Verschmutzung auftreten können, wobei sich zwischen leichtem, flächigem Soiling und hartnäckigem Hard Soiling unterscheiden lässt. Letzteres entsteht vor allem durch biologische Ablagerungen wie Moose, Flechten oder organische Rückstände und verfestigt sich zunehmend, je länger es unbehandelt bleibt. Wie hoch der Verlust im Einzelfall ausfällt, hängt stark vom Standort, der Dachneigung und der Umgebung ab und lässt sich pauschal nicht seriös beziffern.
Selbstreinigung durch Regen: Was der Effekt leisten kann und wo seine Grenzen liegen
Regen entfernt lose Partikel wie frischen Staub oder Pollen zuverlässig, besonders bei steil geneigten Modulen. Klebrige oder verfestigte Ablagerungen wie Harz, eingetrocknete Vogelexkremente oder biologischer Bewuchs werden dagegen kaum abgewaschen. Nach mehreren trockenen und sonnenintensiven Monaten wie im Sommer 2026 kann sich deshalb gerade bei flach geneigten oder exponierten Anlagen ein Rückstand bilden, der ohne mechanische Reinigung bestehen bleibt.
So läuft eine professionelle PV-Reinigung bei Matt Gebäudereinigung ab
Matt Gebäudereinigung reinigt Photovoltaikanlagen im Raum Offenburg mit reinem, entmineralisiertem Wasser und weichen, modulschonenden Bürstensystemen. Vor jeder Reinigung erfolgt eine Sichtprüfung der Anlage, um den tatsächlichen Verschmutzungsgrad einzuschätzen und unnötige Einsätze zu vermeiden. Hochdruckreiniger kommen dabei grundsätzlich nicht zum Einsatz, da sie Dichtungen und Beschichtungen der Module beschädigen können.
Fazit
Nicht jede PV-Anlage in Offenburg und Umgebung braucht im Herbst eine Reinigung. Nach einem sonnenreichen und trockenen Sommer wie 2026 lohnt sich jedoch eine Überprüfung des Verschmutzungszustands, bevor die sonnenärmere Jahreszeit beginnt. Bei sichtbarer Verschmutzung oder einem Standort in der Nähe von Landwirtschaft, Straßen oder Bäumen kann eine professionelle Reinigung im September oder Oktober sinnvoll sein.
Jetzt Zustand prüfen lassen
Lassen Sie den Zustand Ihrer PV-Anlage vor dem Winter unverbindlich prüfen. Matt Gebäudereinigung berät Sie, ob eine Reinigung in Ihrem konkreten Fall sinnvoll ist, und vereinbart bei Bedarf einen Termin für September oder Oktober. Mehr zur professionellen Photovoltaik-Reinigung
Häufige Fragen zur PV-Reinigung im Herbst
Ist eine PV-Reinigung vor dem Winter sinnvoll?
Sie ist sinnvoll, wenn die Module sichtbar verschmutzt sind oder sich die Anlage in der Nähe von Landwirtschaft, stark befahrenen Straßen oder Bäumen befindet. Bei sauberen Steildachanlagen in unbelasteter Lage ist sie meist nicht erforderlich.
Wie oft sollte man eine PV-Anlage reinigen lassen?
Das hängt vom Standort ab. Steildachanlagen in ländlicher Umgebung benötigen oft über Jahre keine Reinigung, während Flachdachanlagen oder Anlagen nahe Industrie oder Landwirtschaft von ein bis zwei Reinigungen pro Jahr profitieren können.
Reinigt Regen eine Solaranlage von selbst?
Regen entfernt lose Partikel wie Staub oder frische Pollen zuverlässig, besonders bei steiler Dachneigung. Verfestigte Ablagerungen wie Harz, Vogelkot oder biologischer Bewuchs bleiben trotz Regen oft bestehen.
Ist September oder Oktober der bessere Zeitpunkt für eine PV-Reinigung?
Beide Monate eignen sich, da sie vor dem sonnenärmeren Winterhalbjahr liegen und Frühjahr sowie Sommer bereits vollständig zur Verschmutzung beigetragen haben. Die konkrete Terminwahl richtet sich nach Witterung und Verfügbarkeit.
Verliert eine verschmutzte PV-Anlage tatsächlich an Ertrag?
Verschmutzung kann den Ertrag mindern, die Höhe des Verlusts hängt jedoch stark vom Einzelfall ab. Seriöse pauschale Prozentangaben ohne Standortbezug sind fachlich nicht belastbar.
Kann ich meine PV-Anlage selbst reinigen?
Von einer Reinigung mit Hochdruckreinigern oder ungeeigneten Mitteln ist abzuraten, da dabei Dichtungen und Beschichtungen beschädigt werden können. Eine professionelle Reinigung mit modulschonenden Verfahren ist die sicherere Variante.
